Massive Infektionen drohen
Erkältungen werden durch bestimmte Viren ausgelöst, die der Köper meist rasch besiegt. Allerdings kann der Infekt die Schleimhäute so schwächen, dass sie für Bakterien angreifbar werden. Aus einem einfachen Schnupfen bildet sich etwa eine Nasennebenhöhlenentzündung. Deshalb sollte man auch während einer an sich harmlosen Erkältung darauf achten, ob sich Beschwerden verschlimmern und Anzeichen einer bakteriellen Infektion auftreten. Dann sollte man den Arzt aufsuchen.
Im Überblick
Wenn auf die Vireninfektion, die die Erkältung ausgelöst hat, eine Infektion mit Bakterien folgt, kann es zu Folgeerkrankungen kommen. Durch Husten und Schnupfen ist die Schleimhaut vorgeschädigt, was einen Bakterienbefall erleichtert. Mögliche Komplikationen sind:
- Entzündung in den Bronchien, d.h. in den größeren verzweigten Atemwegen (Bronchitis)
- Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis)
- Mandelentzündung (Angina tonsillaris oder Tonsillitis)
- Entzündung der Lymphbahnen der seitlichen Rachenwand (Seitenstrangangina)
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)
- Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Lungenentzündung (Pneumonie)
Seltenere, aber sehr gefährliche Krankheitsfolgen sind
- Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung (Myokarditis bzw. Perikarditis)
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
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Komplikationen bei Halsschmerzen
Komplikationen können entstehen, wenn Halsschmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten und der Körper die Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann. Auf der durch Viren vorgeschädigten Schleimhaut können sich dann Bakterien einnisten, häufig sind es Streptokokken (Eiterbakterien). Diese können eine Mandelentzündung (Angina) oder eine eitrige Angina auslösen. Bei Verdacht auf eine Mandelentzündung oder eine eitrige Angina sollten Sie den Arzt zu Rate ziehen! Er stellt die Diagnose und entscheidet, ob Antibiotika oder andere Medikamente eingenommen werden sollen. Das ist wichtig, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten und andere Organe befallen.
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Komplikationen bei Husten
Gefahr durch SuperinfektionHusten kann gefährlich werden, wenn auf die ursprüngliche Vireninfektion eine Bakterieninfektion folgt. Durch die bereits vorgeschädigte Schleimhaut haben die Bakterien ein leichtes Spiel. Ein deutliches Anzeichen für eine bakterielle Infektion ist, dass sich das Husten-Sekret gelb oder grün verfärbt. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er stellt die Diagnose und entscheidet, ob Antibiotika oder andere Medikamente eingenommen werden sollen. Das ist wichtig, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten und andere Organe befallen.
Ausbreitung auf andere OrganeDie Bakterien können nicht nur die Bronchien (Bronchitis), sondern auch die Lunge (Lungenentzündung), die Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder das Ohr (Mittelohrentzündung) befallen. Seltene, aber sehr schwere Krankheitsfolgen treten auf, wenn das Herz (Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung) oder die Hirnhäute (Hirnhautentzündung) befallen werden.
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Komplikationen bei Schnupfen
Schnupfen ist häufig harmlos, aber es gibt auch Komplikationen. Die Nasennebenhöhlen stehen mit dem Naseninnern in Verbindung. Normalerweise schützt eine Schleimhaut, die Nase und Nebenhöhlen auskleidet, den Organismus vor Fremdkörpern und Infekten. Mit Hilfe von Flimmerhärchen filtert sie Staub und Schmutzpartikel bis zu einer bestimmten Größe ab. Gleichzeitig sorgen die Flimmerhärchen für den Abtransport von Nasenschleim zum Rachen. Damit Krankheitserreger gar nicht erst eindringen können, sitzen in der Schleimhaut zahlreiche Abwehrzellen. Wird die Schleimhaut jedoch durch Viren geschädigt, kann diese wichtige Abwehrfunktion gestört sein. Nachfolgend nisten sich häufig Bakterien in die Schleimhaut ein und dringen bis zu den Nasennebenhöhlen vor. Eine häufige Komplikation bei Schnupfen ist deshalb die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).
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Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
Eine häufige Folgeerkrankung des Erkältungsschnupfens ist die Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Die Erkrankung beginnt schleichend, der Betroffene glaubt zunächst, der Schnupfen sei überstanden, doch dann kommen typische Beschwerden wie:
- dünnflüssiges, später zähflüssiges grüngelbes Sekret (eitrig)
- verstopfte Nase
- Schmerzen im Gesichtsbereich, z.B. Augen, Schläfen, Wangen, Stirn, Nasenwurzel oder Zahnschmerzen (Oberkiefer)
- Verschlimmerung der Schmerzen beim Bücken
- Fieber und allgemeines Unwohlsein
- Schleim-Eiterstraße an der Rachenhinterwand
- gelegentlich auch Schwellungen im Gesichtsbereich.
Krankheitsverlauf bei SinusitisIn der Schleimhaut vermehren sich die Erreger und bilden einen eitrigen Entzündungsherd. Gleichzeitig setzt ein Druckgefühl an Augen, Schläfen, Wangen, Stirn, Nasenwurzel oder Kiefer ein, das beim Bücken verstärkt wird. Manche Menschen entwickeln auch Fieber. Das Immunsystem versucht so, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Bei Körpertemperaturen über 39 Grad Celsius oder bei länger anhaltendem Fieber sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
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Behandlung ähnlich wie beim Schnupfen
Bei der Sinusitis eignen sich dieselben Mittel wie beim Schnupfen, also Inhalationen, Erkältungstees, Salzlösungen, pflanzliche Schleimlöser und Entzündungshemmer, Erkältungsbalsam, abschwellende Tropfen und Sprays.
Abschwellende Nasentropfen nur kurzfristig anwendenAbschwellende Nasentropfen sollten nicht länger als 5–7 Tage angewandt werden, es sei denn auf ärztliche Anordnung. Bei dauerhaftem Gebrauch kann der Körper sich an das Medikament gewöhnen. Der natürliche Mechanismus, der ein Abschwellen der Schleimhäute bewirkt, bleibt aus und die Schleimhäute sind dauerhaft geschwollen. Der Erkrankte ist auf den ständigen Gebrauch von Nasentropfen angewiesen, um frei atmen zu können. Fachleute bezeichnen dies als Arzneimittel-Schnupfen.
Bewährtes Hausmittel: Wärmebehandlung mit RotlichtDie Wärmebestrahlung mit einer Infrarotlichtlampe wird von den meisten Patienten als sehr angenehm empfunden. Empfohlen wird eine Bestrahlungszeit von zehn Minuten täglich. Der Abstand zur Lampe sollte mindestens 50 cm betragen. Wichtig: nach der Bestrahlung etwa eine halbe Stunde ausruhen und nicht sofort in die Kälte gehen.
Sinusitis nicht verschleppenWenn die Sinusitis länger als eine Woche anhält, können die Beschwerden chronisch werden. Dann sollten Sie zum Arzt gehen. Er wird mit Ihnen besprechen, ob ein Antibiotikum oder andere Medikamente eingenommen werden sollen. Wichtig ist außerdem, dass die Bakterien nicht den benachbarten Kiefer, die Zähne oder das Mittelohr angreifen.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- die Beschwerden länger als sieben Tage anhalten
- Kopfschmerz und Druckgefühl an Stirn und Wangen immer stärker werden
- Fieber auftritt
- neue Krankheitssymptome wie Ohrenschmerzen oder Husten hinzukommen
- eitriges, grüngelbes Nasensekret ausgeschieden wird.
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Lungenentzündung (Pneumonie)
Sollten über die Atemwege gefährliche Krankheitserreger in den Körper eindringen, kann es zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommen. Die Pneumonie kann akut oder chronisch verlaufen. Bei den häufigen infektiösen Pneumonien verursachen Krankheitserreger, die beim Einatmen in die Lunge gelangen, die Entzündung.
Wie hoch ist das Risiko für eine Lungenentzündung?Bestimmte Personen sind besonders gefährdet, eine Lungenentzündung zu bekommen: Menschen, die an einer schweren Grunderkrankung leiden, z.B. einer Herzschwäche, einem Tumor einer Nieren- oder Lungenerkrankung. Außerdem haben generell alle Menschen über 60 Jahre und Heimbewohner ein erhöhtes
Risiko.
Wie macht sich eine Lungenentzündung bemerkbar?Als typische
Symptome einer Lungenentzündung gesellen sich bei jungen, sonst gesunden Menschen zu den normalen Erkältungssymptomen plötzlich Fieber, Schüttelfrost, Luftnot, eitrigem abgehustetem Sekret und manchmal Brustschmerzen. Eine Pneumonie im Alter beginnt hingegen oftmals sehr unscheinbar und schleichend ohne diese klassischen Krankheitszeichen. Eine Wesensveränderung oder eine plötzliche Sturzneigung können einziger Hinweis auf diese bedrohliche Erkrankung sein.
Frühzeitige Therapie ist wichtigDa die Lungenentzündung trotz moderner Behandlungsmethoden insbesondere für ältere Menschen tödlich verlaufen kann, ist es entscheidend, diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen und mit
Antibiotika zu behandeln.
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