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descriptionVollmond
Jeder zehnte Deutsche ist betroffen: Die Nachtruhe ist gestört, erholsamer Schlaf stellt sich nicht ein. Auslöser sind Atemaussetzer, Alkohol, Hormone oder die Gene.
descriptionMann schläft vor Laptop
Schlafstörungen machen nervös, gereizt und letztlich krank. Spezielle Diagnosetechniken, zum Beispiel im Schlaflabor, decken die Ursachen auf.
descriptionMann presst sich Kissen auf die Ohren
Schlafstörungen sind nicht gleich Schlafstörungen. Sie können psychische Ursachen haben, aber auch körperliche. Am gefährlichsten sind Atemaussetzer (Apnoe).
descriptionFrau liegt im Bett
Einschlafschwierigkeiten? Durchschlafprobleme? Dagegen gibt es Strategien und sanfte Maßnahmen gegen den Teufelskreis. Notfalls helfen Medikamente.
descriptionFrau im Bett mit Fernbedienung
Sex und Sport schenken besseren Schlaf, Fernsehen im Bett und Stress bewirken das Gegenteil. Alles über Schlafhygiene und Tipps gegen schlaflose Nächte.
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Tagsüber zerschlagen, nachts quälend wach

Unfreiwillige mangelnde Nachtruhe zieht am Tag eine ganze Reihe von Befindlichkeitsstörungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen nach sich – von Frieren bis Sekundenschlaf. Ob tatsächlich Schlafstörungen Ursache für die unterschiedlichen Beschwerden sind, zeigt letztlich die Untersuchung im Schlaflabor oder in der Schlafambulanz. Sie zeichnet die verschiedenen Parameter während der Nacht auf und zeigt, ob gefährliche Atemaussetzer (Schlafapnoe) vorliegen, ein Restless-Legs-Syndrom, Schlafwandeln oder Albträume.

Im Überblick



Symptome von Schlafstörungen

Man muss kein Mediziner sein, sondern nur selbst einmal einige Nächte wach gelegen haben, um die Symptome von Schlafstörungen aufzählen zu können:
  • Nervosität und Gereiztheit
  • Stressgefühl
  • Frieren
  • Missmut, depressive Verstimmung
  • Konzentrationsschwäche
  • Leistungsschwäche
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Wortfindungsstörungen
  • Tagesmüdigkeit
Die Erklärung für diese schwerwiegenden Folgen: Der Hormonhaushalt, der Temperaturhaushalt sowie viele andere physiologische Vorgänge folgen im Schlaf einer strengen Dramaturgie. Häufige Wachphasen bringen diesen Ablauf jedoch durcheinander. So werden zum Beispiel die Schilddrüsenhormone aktiver – was die Nervosität erklärt – und die Thermoregulation wird gestört. Auch kann keine ausreichende Menge des Energieträgers Adenosintriphosphat gespeichert werden, was den Leistungs- und Konzentrationsknick am Tag erklärt. Die für die psychische Erholung so wichtigen Traumphasen – auch REM-Phasen genannt – werden ebenfalls weniger. 

Werden die Schlafstörungen durch Schlafapnoe hervorgerufen, sind die Auswirkungen noch schlimmer: Der nächtliche Blutdruck steigt, was das Risiko für einen Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht.

Tödliche Autounfälle durch den Sekundenschlaf

Dies alles zeigt, wie wichtig es ist, dass Sie Schlafstörungen behandeln lassen. Allein die Symptome Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen beeinträchtigen Ihren Alltag erheblich: Sie können Ihre Arbeit nicht mehr so gut wie gewöhnlich erledigen und Ihr Unfallrisiko steigt – sofern Sie Auto fahren – erheblich. Viele tödliche Unfälle sind auf den Sekundenschlaf am Steuer zurückzuführen.
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Diagnose – am besten vom Experten

Je länger Schlafstörungen anhalten, desto schwerer sind sie zu behandeln. Leicht entsteht ein Teufelskreis: Zu den Schlafstörungen gesellt sich schnell die Angst vor den Schlafstörungen, was ein friedliches Schlummern erst recht verhindert. Experten raten deshalb, den Arzt aufzusuchen, wenn die Schlafstörungen länger als vier Wochen dauern. Erster Ansprechpartner bei Schlafstörungen ist der Hausarzt. Wenn Sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrem Hausarzt haben, kann Ihnen ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem Sie auch mögliche Auslöser beleuchten, oft schon weiterhelfen. Hat der Arzt den Verdacht, dass es für Ihre Schlafstörungen körperliche Ursachen gibt, wird er eventuell auch Blut abnehmen oder ein EKG machen.

Schlafambulanz – Schlaf auf dem Prüfstand

Sollte Ihre Schlaflosigkeit anhalten, drängen Sie auf eine Überweisung zu einer Schlafambulanz, von denen es inzwischen viele in Deutschland gibt. Die Schlafmediziner, die dort arbeiten, fragen Sie nach:
  • Ihrer Schlafdauer und -qualität
  • Einschlafproblemen
  • Besonderheiten im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Lebensgewohnheiten und Schlafhygiene
  • Schnarchen
  • häufigen nächtlichen Wachphasen
  • nächtlichen Gängen zur Toilette
  • Schmerzen oder Kribbeln in den ruhenden Beinen
  • Albträumen
  • Zähneknirschen
  • auffälligen Bewegungen im Schlaf
  • Nachtschweiß
  • nächtlichen oder morgendlichen Kopfschmerzen
  • frühmorgendlichem Erwachen
  • Tagesmüdigkeit
  • unfreiwilligem Einschlafen am Tage
  • Leistungsfähigkeit
„Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Bestandsaufnahme durch Fragebögen zu ergänzen, die auch gezielt das subjektive Empfinden der Müdigkeit ausloten“, berichtet Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité, in seinem Buch „Der Schlafquotient“. Auch Fragen zu Gedächtnisleistung, Geschicklichkeit und Konzentrationsfähigkeit finden sich darunter.

Ein Aktimeter misst die Wach- und Schlafphasen

Manchmal geben die Schlafmediziner dem Patienten auch ein Aktimeter mit nach Hause, das aussieht wie eine Armbanduhr und nachts getragen wird. Das Aktimeter enthält einen Sensor, der aufzeichnet, wann sich der Körper bewegt und wann er bewegungslos ist. Es liefert somit ein Bild des tatsächlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dies ist hilfreich, weil der Patient sein Schlafverhalten nie objektiv beobachten und schlecht beschreiben kann – weshalb auch Schlaftagebücher meistens ungenau sind.

Nasenbrille und Bauchgurt bei Verdacht auf Schlafapnoe

Die Ärzte in der Schlafambulanz geben Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoe oft auch ein Screening-Gerät mit, das wie ein Mobiltelefon aussieht und mittels Nasenbrille die Atmung aufzeichnet und mittels Brustgurt die Bewegung des Brustkorbs und des Zwerchfells. Außerdem registriert es die Sauerstoffsättigung des Blutes, den Puls, die Wechsel der Körperlage und das Schnarchen. Haben die Schlafexperten den Verdacht, dass Sie im Schlaf unter Atemstörungen leiden (Schlafapnoe), werden sie Ihnen meistens jedoch eine genauere Untersuchung im Schlaflabor empfehlen, wo auch eine akustische und visuelle Überwachung Ihres Schlafs möglich ist.

Schlaftagebuch erleichtert die Diagnose

Die Wartelisten der Schlafambulanzen sind lang. Doch lassen Sie sich davon nicht abschrecken: Allein das Wissen, dass einem bald Experten zur Seite stehen werden, beruhigt und kann bereits den Schlaf fördern. Führen Sie während der Wartezeit vier Wochen lang ein Schlaftagebuch, in dem Sie Ihre Einschlaf- und Aufwachzeiten notieren. Das erleichtert den Schlafexperten die Diagnostik. Ein Schlaftagebuch können Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bestellen.
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Schlaflabor: Hilfreiche Diagnostik bei Schlafapnoe

Es gibt in Deutschland zahlreiche Schlafambulanzen, jedoch noch weitaus mehr Schlaflabore. Das legt den Gedanken nahe, Schlaflabore spielten in der Diagnostik von Schlafstörungen eine größere Rolle als die Schlafambulanzen. Doch so ist es nicht: Während sich die Ambulanzen für die Diagnose jeglicher Art von Schlafstörungen anbieten, ist eine Untersuchung im Schlaflabor nur sinnvoll bei Verdacht auf nächtliche Atmungsstörungen (Schlafapnoe), Narkolepsie und Bewegungsstörungen im Schlaf wie zum Beispiel das Schlafwandeln. Bei den weitverbreiteten Ein- und Durchschlafstörungen ist die Diagnostik im Schlaflabor nicht zwingend notwendig, weil der Arzt sie bereits durch einfaches Befragen des Patienten feststellen kann.

Atmung und Herz unter Beobachtung

Der Patient übernachtet meistens drei Nächte im Schlaflabor. Während er schläft, messen die Schlafmediziner
  • die Hirnströme mithilfe des Elektroenzephalogramms (EEG)
  • den Muskeltonus mit dem Elektromyogramm
  • die Herzfrequenz (EKG)
  • die Atmung
  • die Sauerstoffsättigung des Blutes
  • Beinbewegungen und Wechsel der Körperlage
Außerdem wird der Schlafende mit einer kleinen Infrarotkamera überwacht, ein Mikrofon nimmt eventuelle Schnarchgeräusche auf.

Genaue Analyse der Schlafphasen

Anhand der verschiedenen Messdaten und Aufzeichnungen können die Schlafmediziner feststellen, ob es in der Nacht zum Beispiel zu Herzrhythmusstörungen und Sauerstoffmangel kommt. Sie erstellen eine Art Schlafdiagramm, auch kardiorespiratorische Polysomnografie (PSG) genannt, das auch Auskunft über die verschiedenen Schlafphasen gibt. So lassen sich etwa anhand des EEG und der Augenbewegungen die Häufigkeit und Dauer der Traumphasen bestimmen. Schlafmediziner bezeichnen die Traumphasen auch als REM-Phasen – REM ist die Abkürzung für rapid eye movements (schnelle Augenbewegungen). Diese Phasen sind wichtig für die psychische Erholung. Bei Schlafmangel reduzieren sich die REM-Phasen, was die Dünnhäutigkeit schlafloser Menschen erklärt.
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Mann fasst sich an den Kopf
© Shutterstock
Konzentrations- und Leistungsschwäche zählen zu den Symptomen von Schlafstörungen. Denn die häufigen Wachphasen bringen den Körper durcheinander: Hormonhaushalt, Temperaturhaushalt und andere körperliche Vorgänge werden gestört.
Mittelstreifen auf der Straße
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Das Unfallrisiko beim Autofahren steigt durch Schlafstörungen erheblich, weil sie zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. Viele tödliche Unfälle sind auf Sekundenschlaf am Steuer zurückzuführen.

Arzt mit Patientin
© iStockphoto
Bei andauernder Schlaflosigkeit ist der Besuch einer Schlafambulanz angeraten. Für die Diagnostik verwenden die Mediziner ausführliche Fragebögen und Messgeräte für zu Hause, die die Schlafphasen oder die Atmung aufzeichnen.
Messung der Hirnströme
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Im Schlaflabor überwachen die Mediziner die Hirnströme eines Patienten mit einem Elektroenzephalogramm (EEG). Anhand dieser und anderer Messdaten erstellen sie dann ein Schlafdiagramm.